Bienbliothek (1): Historische Literatur in online Archiven

BienbliothekIm Internet findet sich einiges an frei zugänglicher historischer Original-Literatur über Bienen und Imkerei – hier finden Sie eine Auswahl! Neben wissenschaftlichem und antiquarischem Interesse lohnt der Blick in die Literatur auch, um die Entwicklung und Kultur der Bienenhaltung und Bienenforschung besser zu verstehen. Für die Anatomie der Honigbiene greifen wir sowieso gerne auf einen Klassiker zurück!

Natürlich lässt sich, gerade in solch alten Büchern, am schönsten in der gedruckten und gebundenen Ausgabe schmökern, diese sind aber oft vergriffen oder nicht mehr auf dem neuesten Stand. Daher lohnt der häufig antiquarische Sammlerpreis eine Anschaffung zum Gebrauch nicht. In der „Bienbliothek“ möchte ich im Internet frei erhältliche Literatur zum Thema sammeln um so die Entwicklung von Büchern über die Honigbiene und Imkerei darzustellen. Vergessen wir dabei nicht: Auch unsere heute erscheinenden Bücher und Erkenntnisse werden einmal (mehr oder weniger) antiquiert sein.

Obwohl mehr als 100 Jahre alt, ist das Buch „Anatomy of the honey bee“ von Robert E. Snodgrass aus dem Jahr 1910 eine der besten Beschreibungen des Körperbaus der Honigbiene, und ein Klassiker der immer noch zitiert wird, auf den Studierende sowie Lehrende gerne zurückgreifen. Zwar wurde das heute in Verwendung stehende Buch einige Male überarbeitet, Sie können aber die Erstausgabe als pdf-Datei von der National Agricultural Library Digital Collections (US Department of Agriculture) in englischer Sprache herunterladen und die Anatomie der Biene in zahlreichen Abbildungen kennenlernen, oder als Präparationsanleitung für eigene Untersuchungen verwenden. Wenn Sie es ein bisschen aktueller wollen, können Sie auch gerne auf ein Kapitel im „COLOSS Bee Book“ aus dem Jahre 2013 über die Anatomie und Sektion der Honigbiene zurückgreifen – Sie werden sehen, viel hat sich in diesem Wissenschaftsbereich nicht geändert.

HuberBienenzuchtMäuse

aus: Ludwig Huber, „Die neue, nützlichste Bienenzucht“ (1913, Seite 33). Die weiteren Feinde der damaligen Zeit waren übrigens: Spinnen, Kröten und Frösche sowie einige Vögel.

In der online-Bibliothek des Austria-Forum findet sich „Die neue, nützlichste Bienenzucht“ von Ludwig Huber aus dem Jahr 1913 zum durchblättern (Flash Player neuer Bauart benötigt!). Huber (1814-1887) gilt als der „Vater der badischen Imker“. Das neue und nützliche der damals beschriebenen Bienenzucht waren die Mobilstöcke „mit beweglichem Baue“, die damals nach dem schlesischem Pfarrer Dzierzon benannten Hinterbehandlungsbeuten. Unter „Feinde der Bienen“ finden wir noch keine eingeschleppten Parasiten wie Varroa-Milbe oder Beutenkäfer, oder gar Pestizide, schmunzelnd lesen wir, dass es die Mäuse sind, die vor hundert jahren als der Hauptfeind gesehen wurden (siehe Faksimilie). Ebenfalls online finden sich die Vorgängerausgabe aus dem Jahr 1873 (Hathi Trust, digital library), sowie andere Ausgaben.

Im englischsprachigen Raum ein wahrer Klassiker ist das 1853 erschienene „Langstroth on the hive and the honey bee – a beekeepers manual“ von Lorenzo Lorraine Langstroth (1810-1895), erhältlich als Download in verschiedenen Formaten im Internet Archive. Langstroth, wie Dzierzon ebenfalls Geistlicher, beschrieb unter anderem den „Bee Space“,  (also jenen Abstand zwischen den Rähmchen der nicht verbaut wird, etwa 8 mm) und ermöglichte damit die moderne Magazin-Imkerei von oben. Die nach ihm benannten (und im Jahr 1852 patentierten) Rähmchen sind heute weltweit verbreitet.

Anmerkung 1: In dieser Auswahl werden vorwiegend Bücher nach Ablauf des Urheberrechts berücksichtigt, die von Bibliotheken oder Archiven zur allgemeinen Nutzung und vollständig online gestellt wurden. Sollten Sie weitere Beispiele kennen, würde ich mich über einen Hinweis freuen. Damit eine Fortsetzung folgt!

Anmerkung 2: Die Bücher werden für historisch Interessierte verlinkt – aber Achtung: der Inhalt der verlinkten Bücher kann tatsächlich veraltet sein! Es wird mit der Verlinkung auf diese Inhalte daher keine Gewähr auf die Richtigkeit gegeben.

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